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Psoriasis

Neue Antikörper in der Pipeline


Von Verena Arzbach / Zwei neue Antikörper haben in zwei Dosisfindungsstudien gute Wirkungen in der Therapie von Psoriasis-Patienten gezeigt (N Engl J Med 2012; 366:1181-1199).


Ixekizumab (Lilly) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der an Interleukin-17 bindet, der humane monoklonale Antikörper Brodalumab (Amgen) richtet sich gegen den IL-17-Rezeptor. Das Zytokin IL-17 wird mit Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis in Verbindung gebracht. Es induziert beispielsweise die Produktion anderer Zytokine und Prostaglandine und spielt eine Rolle bei der Aktivierung CD4-positiver Zellen.




Foto: Fotolia/Kaulitzki


Die im »New England Journal of Medicine« veröffentlichten Phase-II-Studien waren beide randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert. Die 142 (Ixekizumab) beziehungsweise 198 (Brodalumab) Studienteilnehmer litten an moderater bis schwerer Psoriasis. Der Psoriasis-Area-and-Severity Index (PASI) betrug mindestens 12 Punkte. Die Skala von 0 bis 72 beschreibt Schwere und Ausdehnung der Hauterkrankung, ab einem Wert von 10 gilt die Psoriasis als mittelschwer bis schwer. Die Patienten erhielten sechs beziehungsweise sieben subkutane Injektionen der Antikörper in verschiedenen Dosen. Der primäre Endpunkt war die Verbesserung des PASI-Scores nach jeweils zwölf Wochen.

 

Ixekizumab reduzierte den PASI-Score bei bis zu 82, 8 Prozent der Patienten dosisabhängig um mindestens 75 Prozent, in der Placebogruppe waren es 7,7 Prozent der Patienten. In Abhängigkeit von der Dosis verringerten sich bei bis zu 71,4 Prozent die Krankheitssymptome sogar um 90 Prozent und mehr, berichten die US-Forscher um Dr. Craig Leonardi von der St. Louis University. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.

 

Dr. Kim Papp von Probity Medical Research im kanadischen Waterloo und seine Mitarbeiter berichten, dass bei Brodalumab nach zwölf Wochen dosis­abhängig bei bis zu 82 Prozent der Probanden eine mindestens 75-prozentige Verbesserung des PASI zu erkennen war. Um 90 und mehr Prozent gingen die Symptome bei mindestens 72 Prozent der Patienten zurück. In der Vergleichsgruppe war dies bei keinem Patienten der Fall. Bei der Therapie mit Brodalumab traten als häufige Nebenwirkungen Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege und Rötungen an der Einstichstelle auf. Die Forscher berichten von zwei Fällen schwerer Neutropenie bei Patienten, die die höchste Dosis des Antikörpers erhalten hatten. Da der Beobachtungszeitraum von zwölf Wochen zu kurz war, um Wirksamkeit und Sicherheit abschließend beurteilen zu können, sind weitere Studien nötig. / 



Beitrag erschienen in Ausgabe 15/2012

 

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